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Offener Vollzug/Freigang/ in der JVA Rottenburg 


 
 Freigänger kann werden:

  • wer sich zum Haftantritt selbst stellt und einen geeigneten Arbeitsplatz nachweisen kann (vorherige Kontaktaufnahme mit der Anstalt ist sinnvoll) oder
  • aus dem geschlossenem Bereich nach der Bewältigung der im Vorfeld erforderlichen Lockerungen verlegt wird wer vom Delikt, der Straflänge und der Persönlichkeit her hierfür geeignet ist. 
  • Eine weitere Voraussetzung ist, dass der Arbeitsplatz mit öffentlichen Verkehrsmitteln in angemessener Zeit (bis 2 Std.Fahrzeit) erreicht werden kann.

Der Erhalt des Arbeitsplatzes und die Wiedereingliederung nach der Haft ist bei dieser Vollzugsform am ehesten möglich.
Die Auswahl der Gefangenen erfolgt durch den Leiter der Freigängerabteilung im Einvernehmen mit dem Anstaltsleiter und erfordert auch im Hinblick auf das öffentliche Interesse eine sorgfältige Abwägung.
Bei Gefangenen, die aus dem geschlossenen Vollzug in den Freigang verlegt werden, wird der Lohn auf ein Anstaltskonto überwiesen. Der Freigänger erhält dann wöchentlich von diesem Konto zwischen 55.-€ und 80.-€ ausbezahlt um seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können. Der übrig bleibende Betrag wird bis zur Entlassung angespart oder zur Schuldenregulierung, Schadenswiedergutmachung oder zur Begleichung von Unterhaltsverpflichtungen verwendet. Die Höhe und die Reihenfolge der Zahlungen werden durch die Anstalt festgelegt.
Die Ausgangs- und Rückkehrzeiten werden von der Leiterin der Freigängerabteilung festgelegt und sind strikt einzuhalten.
Die Fahrten zur und von der Arbeitsstelle müssen grundsätzlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln bewältigt werden können.
Für die Freigänger gilt ein generelles Alkoholverbot!
Freigänger mit einer Haftdauer bis zur voraussichtkichen Entlassung von über neun Monaten erhalten monatlich zwei Tage, maximal 21 Tage jährlich, Urlaub.
In den letzten neun Monaten vor der Entlassung kann zur Vorbereitung derselben auch Sonderurlaub bis zu sechs Tagen zusätlich gewährt werden.
Der Freigang ist die am weitest gehende Vollzugslockerung, weshalb von den Freigängern auch eine entsprechende Mitarbeit bei der Umsetzung verlangt wird.

Neben den Freigängern mit einem freien Beschäftigungsverhältnis (Freigänger mfB) gibt es im Strafvollzug auch sogenannte Freigänger ohne freies Beschäftigungsverhältnis (Freigänger ofB).
Hierbei handelt es sich um Gefangene, die sich im bisherigen Strafvollzug bewährt und Lockerungen im Vorfeld bewältigt haben, allerdings noch über keinen festen Arbeitsplatz außerhalb der Anstalt verfügen.
Diese Freigänger ofB können auf Anfrage von Firmen, Behörden oder auch Privatpersonen zur Arbeitsleistung für einen befristeten Zeitraum eingesetzt werden.
Die Vollzugsanstalt fungiert hier entsprechend einer Zeitarbeitsfirma.
Für nähere Auskünfte steht Ihnen unsere Leiterin der Freigängerabteilung, Frau Colette Götz,
Tel.: 07472-162 382 oder colette-goetz@jvarottenburg.justiz.bwl.de, gerne zur Verfügung.
 

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