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Das neue Buch aus der
JVA Rottenburg ist da!

Tagebuch - geschrieben im Knast

 Tagebuch Buch-Cover

Während der Arbeit mit den Häftlingen an diesem Projekt sind eindrückliche Texte und intime Einblicke in die Welt der Insassen entstanden - und diese Zeilen aus den Zellen wurden zu einem Buch.

Die Form der Texte war frei wählbar. Daher ist dieses Buch ein Sammelsurium an Gedankenfetzen, Songtexten, Gedichten und vielseitiger Prosa sowie Interviews mit den Autoren oder auch inszenierten Briefen. Die gesammelten „Tagebucheinträge" und selbst gemachten Fotografien gewähren einen Blick hinter die Mauern und geben den Autoren eine Stimme - mit entwaffnender Direktheit."

Erhältlich über die Justizvollzugsanstalt Rottenburg, bei allen Buchhandlungen (ISBN 978-3-00-050972-8) sowie bei  Amazon zum Preis von 12,90 €.

 

 

Presseinformation

Gesiebte Luft

Krimis aus dem Knast

Einband



Das Gefängnis als Krimischauplatz, die Autoren hinter Gittern – aus einer Idee wurde eine Schreibwerkstatt mit Inhaftierten und schließlich ein Buch. Nun liegt eine Sammlung von Kurzkrimis vor, wie es sie so noch nicht gegeben hat: Kern der Anthologie »Gesiebte Luft« ist der Krimi um die Machenschaften der »Rottec-AG«, verfasst von mehreren
Gefängnis - Insassen und ergänzt von eigens für die Sammlung verfassten Kurzkrimis.
Entstanden ist die Geschichte über einen Zeitraum von zwölf Monaten unter der Betreuung von Sebastian Rausenberger vom Rhetorik-Seminar der Universität Tübingen. Umrahmt wird »Der Rottec-Komplott« von acht spannenden Kurzkrimis, die größtenteils in der »gesiebten Luft« hinter Gittern spielen. Nessa Altura, Werner Bauknecht, Edi Graf, Silvija Hinzmann, Uschi Kurz, Bernd Leix und Jürgen Seibold – allesamt gestandene Krimiautoren – konnten für das Projekt gewonnen werden und verzichteten auf ein Honorar, zugunsten der »Straffälligenhilfe und Sozialberatung Südwürttemberg-Hohenzollern e. V.«, der pro verkauftem Band 1 €  als Spende zugutekommt.
»Gesiebte Luft« erscheint anlässlich der Heimattage Baden-Württemberg 2013 im Neckar-Erlebnis-Tal. Damit ist das Neckartal zwischen Sulz und Rottenburg gemeint, wo die Kurzgeschichten auch spielen.

Der Herausgeber

Edi Graf, Jahrgang 1962, stammt aus Friedrichshafen. Er studierte in Tübingen und ist heute freier Redakteur und Moderator beim SWR. Als Autor verfasst er Reiseführer, Kriminalromane und Hörspiele. Er lebt mit seiner Familie in Rottenburg am Neckar.

Edi Graf (Herausgeber):

Gesiebte Luft. Krimis aus dem Knast.

176 Seiten, kartoniert, € 9,90.

ISBN 978-3-8425-1277-1.

Erhältlich im Buchhandel und über die Justizvollzugsanstalt Rottenburg.Ein Buch aus dem Silberburg-Verlag Tübingen und Baden-Baden.
 


RAP AUF BALLETT kommt wieder!

Am Sonntag, den 21.April 2013 kehren das Bundesjugendballett und drei, mittlerweile aus der Haft entlassene, Rapper mit der Aufführung "Rap aus Ballett" in die Justizvollzugsanstalt Rottenburg zurück. Diesmal wird es auch eine öffentliche Veranstaltung sein. Die Veranstaltung beginnt um 19.00 Uhr, Einlass ist um 18.00 Uhr!

Ende Oktober 2011 erhielt die Justizvollzugsanstalt Rottenburg einen Anruf von Lukas Onken, dem organisatorischen Leiter des Bundesjugendballetts. Natürlich waren wir überrascht und neugierig zugleich, mit welch einer Anfrage ein Ballett an eine Justizvollzugsanstalt (JVA) herantreten könnte. Er sei bei seinen Recherchen für ein gemeinsames Projekt auf die JVA Rottenburg/N gestoßen. Unsere Verwunderung wurde immer größer, waren die gedanklichen Berührungspunkte in Sachen Ballett doch „nur“ bei Tutu, Strumpfhosen und klassischer Musik. Und all dies in einer JVA? Bei „harten Jungs“, welche offensichtlich keine Gefühle oder Gefühlregungen kennen Rockmusik und Hip-Hop hören? Wir wurden immer skeptischer und waren noch immer der Meinung, der Anrufer habe sich verwählt. Im gleichen Maße wie Lukas Onken das Vorhaben konkretisierte, so stieg auch unsere Begeisterung dafür. „Gangster-Rap auf Ballett“, eine einmalige Symbiose! Eine spannende und ungewöhnliche Idee, die aber auch die Gefahr des Scheiterns in sich birgt. Wie vertragen sich Hip-Hop aus dem Gefängnis mit den grazilen Bewegungen der Tänzerinnen und Tänzer eines Balletts? Können beide Seiten überhaupt eine „Beziehung“ zueinander aufbauen? Respektieren sich Rapper und Ballett überhaupt?
Es gab viele Fragen zum Projekt, welche im Rahmen eines informellen Telefonats nicht gelöst werden konnten, es musste einfach versucht werden. Lukas Onken konnte den für die Idee begeistern und somit wurde der Grundstein für eine fruchtbare Zusammenarbeit zwischen Inhaftierten der Justizvollzugsanstalt Rottenburg/N und dem Bundesjugendballett John Neumeier aus Hamburg gelegt.

Rapper aus den Reihen der Inhaftierten zu finden, war eine der kleinsten Hürden. Hip-Hop ist die Musik der jungen Generation, ein Musikstil, der Botschaften des Lebensgefühls von und für Jugendliche widerspiegelt und weitergibt. Wer aber von den Gefangenen würde sich trauen, seine Gefühle und seine Texte öffentlich zu machen und im Rahmen eines gemeinsamen Auftritts mit der Ballett-Kompanie vorzutragen?
Es fanden sich schließlich sechs Inhaftierte, jeder von ihnen hatte eine eigene Vorstellung vom Hip-Hop und somit waren auch individuelle Variationen der Rap-Songs zu erwarten.
Wer als Zuschauer dabei sein möchte, kann sich ausschließlich per E-Mail unter rap-auf-ballett@jvarottenburg.justiz.bwl.de anmelden. Jede Anmeldung muss mit Nachname, Vorname und Geburtsdatum aller Personen, die dabei sein wollen, versehen sein. Sammelanmeldungen, bei denen nur eine Personenzahl angegeben ist, können nicht berücksichtigt werden. Einlass ist von18.00 - 18.30 Uhr, alle Besucher müssen einen Personalausweis oder Reisepass zum Einlass vorweisen. Handys, Fotoapparate und Kameras dürfen nicht mit in die Anstalt genommen werden. Mit Einlasskontrollen muss gerechnet werden. Eine Abendkasse gibt es nicht. Ein Zutritt ohne Voranmeldung ist nicht möglich!
Der Eintritt ist frei, die Veranstalter freuen sich aber über eine Spende zu Gunsten der Straffälligenhilfe Südwürttemberg-Hohenzollern, die diese Veranstaltung mitfinanziert und ermöglicht. Mehr über da Bundesjugendballett erfahren Sie hier. 
Hier ein Link zum Trailer über das Projekt Rap auf Ballett. 
Den kompletten Film (45 Minuten) erhalten Sie zum Preis von EUR 15,00 als DVD an der Torwache der Justizvollzugsanstalt Rottenburg oder per E-Mail unter freizeit@jvarottenburg.justiz.bwl.de!
download Bestellschein DVD Rap auf Ballett

 

Die CD "LEBENSZEICHEN" ist da!

 

Inhaftierte bekommen relativ selten eine Plattform geboten, um sich den Menschen außerhalb der Gefängnismauern positiv ins Gedächtnis rufen zu können. Diese CD soll eine solche Plattform sein. Gedanken an Gefangene kommen einem in der Regel nur durch negative Schlagzeilen über schwere Verbrechen in den Sinn. Auch straffällig gewordene Menschen haben eine zweite Chance verdient. Deshalb wird mit diesen Menschen in deutschen Justizvollzugsanstalten daran gearbeitet, nach der Haft ein straffreies Leben in der Gesellschaft führen zu können. Dieses Projekt soll beispielhaft zeigen, wie mit Inhaftierten an diesem hohen Ziel gearbeitet werden kann. Das Schaffen von Möglichkeiten für den Einzelnen, sich während der Haftzeit auch seiner Stärken bewusst zu werden und damit etwas sinnvolles schaffen zu können, ist Sinn und Zweck von strukturierten und angeleiteten Freizeitprogrammen in den einzelnen Anstalten. Aus dieser „Zielvorgabe“ heraus entstand die Idee zu dieser Musik-CD, welche nach 2-jähriger Planungs- und Vorbereitungszeit nun im Herbst 2012 fertiggestellt werden konnte. Selbstverständlich soll mit diesem Projekt auch an die Opfer von Straftaten gedacht werden.   Ein Teil des Verkaufserlöses dieser CD geht an die Opferhilfsorganisation „DER WEISSE RING“. Somit erhalten die am Projekt beteiligten Gefangenen eine Gelegenheit zu einer „Wiedergutmachung“.

Anbei ein Artikel aus der SÜDWEST PRESSE vom 20.11.2012

von Sylvia Rizvi

Musiker aus Haftanstalten senden musikalische Lebenszeichen

Das gabs noch nie: Gefangene aus der ganzen Republik produzierten hinter Gittern eine Doppel-CD. Ein Rottenburger Justizbeamter sammelte die Songs und managte das Projekt.

Rottenburg "24 Bands, vier Chöre und fünf Solisten haben mitgemacht. Sie kommen aus 28 Gefängnissen in zehn Bundesländern", sagt Gerhard Brüssel. Der Beamte hat das Musikprojekt mit der gemeinsamen CD erfunden. In der Justizvollzugsanstalt (JVA) Rottenburg, wo er Freizeitangebote für die Häftlinge organisiert, liefen die Fäden zusammen. Dorthin schickte ihm seine Klientel Demo-Tapes mit Rocksongs, Gospel und ungewöhnlichen Klängen wie russische Folklore oder Zither-Musik. "Ganz stark vertreten ist Hiphop" - die Musik der Jüngeren. "Und sie bildet die ganze Bandbreite zwischen dem rauen Gefängnis-Jargon und gefühlvollen Tönen ab", ergänzt Matthias Weckerle, Leiter der JVA Rottenburg. Besonders beeindruckt ihn, wenn Männer und Frauen eine weichere Seite von sich zeigen. Das setze hinter Gittern Mut voraus.Die republikweite CD "Lebenszeichen" ist der große Bruder einer Landes-CD aus Rottenburg. Vor fünf Jahren besangen Gefangene aus dem Südwesten 1000 Silberscheiben. Der Gewinn, 2500 Euro, ging an den "Weißen Ring". Die 3000 neuen CD sollen noch mehr Spenden einspielen. Sie fließen an die Opferhilfe-Organisation und die Straffälligenhilfe Südwürttemberg-Hohenzollern. Das Projekt soll keine Musikkarrieren pushen oder Geld in Häftlingstaschen spülen, es soll Inhaftierte fit machen für die Zeit nach ihrer Entlassung. "Solche musikalischen Freizeitangebote bieten die Chance, neues Selbstbewusstsein zu entwickeln und eigene Stärken zu entdecken", sagt Weckerle. "Die Gefangenen können positives Miteinander erleben, Schwierigkeiten überwinden und gemeinsam etwas schaffen." Sie lernten, sich Ziele zu setzen und nicht aufzugeben.Vorbild ist da auch Gerhard Brüssel. Steuermittel gab es nicht, Sponsoren wurden gebraucht. Doch die Suche lief zäh. "Große Unternehmen werben nicht so gern mit Gefangenen-Projekten", sagt der Beamte. Nur 1000 Euro konnte er erbetteln. Um die Produktionskosten von 7000 Euro zu schultern, sprang ihm die Straffälligenhilfe zur Seite. Auch sonst hielt der Rottenburger Leiter der Gefangenenfreizeit das Projekt auf Kurs - unterstützt von Chef Matthias Weckerle und dessen Vorgänger Wolfgang Williard. Brüssel begeisterte Groß-Gefängnisse wie Berlin-Tegel, aber auch kleinere Anstalten wie Waldheim in Sachsen. In Baden-Württemberg gewann er Bands aus Adelsheim, Heilbronn, Schwäbisch Hall, Freiburg, Bruchsal, Rottenburg und dem Frauengefängnis Schwäbisch Gmünd. Bei den Aufnahmen galt es, hinter Solisten herzutelefonieren, die in andere Anstalten verlegt wurden. Hoffnungsvolle Neugründungen waren zu berücksichtigen. Bands lösten sich auf, weil Mitglieder entlassen wurden. Aus diesem Grund sind die Rottenburger Bands, die auf der neuen CD zu hören ist, schon wieder verstummt. Alle drei Mannen von "CollabRo" sind auf freiem Fuß. Bei "Schlaganfall" wurden Bass und Schlagzeug entlassen. "Es ist ein Kommen und Gehen", seufzt Brüssel. Stabiler seien Chöre. Werde ein Chorist entlassen oder verlegt, probten die anderen zehn weiter. "Wenn aber in einer Band der Frontsänger geht, zerbröckelt die Gruppe."


 

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